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BeitragVerfasst: Fr Dez 15, 2017 5:51 pm 
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Registriert: Do Apr 07, 2011 12:53 pm
Beiträge: 534
Hallo zusammen,
Es geht dabei um hochdosiertes Vitamin D als Zusatztherapie in der Behandlung der MS (Coimbra-Protokoll).
Witzig fand ich allerdings den Absatz den ich unten eingefügt habe als Textauszug daraus. Es wird erst darüber berichtet wie toll das mit dem Vitamin D ist. So steht dieser Satz dort:
Die Einnahme von normal oder hochdosiertem Vitamin D scheint von daher eine Möglichkeit zu sein, der Krankheit einen ihrer potentiellen Beeinflussungsfaktoren zu nehmen.
So wie ich die Sache sehe, ist dieser Effekt lediglich darauf zurückzuführen das man mit Vitamin-D-Zufuhr (und vor allem hochdosiert) lediglich den VDR voll Enz zum erliegen bringt (verstopft), was dann eher einer extremen Immunsystemunterdrückung gleich kommt. Aber OK ich habe Trevors MP in medizinischer Hinsicht nicht unbedingt vollkommen verstanden.

Wie gesagt, fand ich gerade beim "Surfen" diesen Artikel im Netz vom 28.09.2017 siehe den unten eingefügten Link:
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-therapien/hochdosiertes-vitamin-d-als-zusatztherapie-in-der-behandlung-der-multiplen-sklerose-ein-update/

Textauszug daraus:

Es sei hier vorsichtshalber erwähnt, dass (fast) alle diese Beobachtungen nicht klären konnten, ob der Vitamin D-Mangel eine Folge/Begleiterscheinung oder wirklich eine Ursache der MS ist und es bleibt daher unklar, ob man mit der Einnahme von Vitamin D die Krankheit ursächlich bekämpft oder nur eine Begleiterscheinung lindert. Dennoch werfen diese Zusammenhänge zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Auftreten sowie dem klinischen Verlauf der Multiplen Sklerose natürlich die Frage nach dem Einsatz von Vitamin D als Therapie der Autoimmunerkrankung auf.

Weiterer Textauszug:

Zudem gibt es bislang keine veröffentlichen Studien von Dr. Coimbra zur Behandlung mit Ultrahochdosen Vitamin D. Auch wenn die Berichte und auch die Ergebnisse aus anderen Studien mit Vitamin D als Ergänzungstherapie sehr vielversprechend sind und Mut machen, sollten Vitamin-D-Präparate nur nach Rücksprache und unter Aufsicht eines Arztes eingenommen werden.

VG, Kurt


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BeitragVerfasst: Mo Dez 18, 2017 12:02 am 
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Registriert: Sa Mai 13, 2017 2:15 pm
Beiträge: 6
Zitat:
Es sei hier vorsichtshalber erwähnt, dass (fast) alle diese Beobachtungen nicht klären konnten, ob der Vitamin D-Mangel eine Folge/Begleiterscheinung oder wirklich eine Ursache der MS ist und es bleibt daher unklar, ob man mit der Einnahme von Vitamin D die Krankheit ursächlich bekämpft oder nur eine Begleiterscheinung lindert.

Es gibt auch noch eine dritte Möglichkeit. Nämlich dass der niedrige Vitamin D Gehalt im Blut eine Gegenreaktion des Körpers ist um die Entzündung zu dämpfen. Sei es rein passiv durch Erschöpfung von 25-Vitamin D bei Umwandlung in 1,25 Vitamin D3 oder sogar als aktive Gegenreaktion.


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BeitragVerfasst: Fr Dez 22, 2017 10:33 am 
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Registriert: Sa Dez 26, 2009 5:44 pm
Beiträge: 1232
Eine interessante Frage. Irgendwann sind die Vitamin 25D Werte so niedrig, dass es tatsächlich zu einem Substratmangel kommen könnte. Alioa et al vermuteten, dass es unterhalt 9 ng/ml wäre. Darunter wohl nicht. Dagegen spricht, dass der Effekt "niedriege 25 D aber hohes 1,25D" zeigt, dass es doch 1,25D produziert wird.

Aber warum genau die niedrige 25D Werte eine Folge der Erkrankung selbst sind, da gibt es nur hypothesen. Die von Marshall war, dass die hohe 1,25D Werte selbst dazu führen, dass die 25D niedrig sind und zwar als folge von enzymatischer Aktivität.

http://autoimmun.net/2009/09/vitamin-d- ... s-erklart/

Der "übeltäter" wäre der PXR “Pregnane X Receptor”, der wiederum in der Leber sitzt. Dieser Rezeptor wiederum reagiert auf körpereigene und körperfremde Substanzen (z.B. Reagiert auf Johanniskraut)

https://en.wikipedia.org/wiki/Pregnane_X_receptor

Es gibt also etliche Biochemische Substanzen (möglicherweise bisher nicht alle bekannt), die diesen Rezeptor beeinflussen.

Die Produktion von 25D aus D3 wird durch die Enzymen :

CYP27A1 und CYP2R1: Sorgen dafür, dass 25D aus Vitamin D3 gebildet wird. Das ist schon ein guter Hinweis, denn “niedrige” Vitamin 25D Werte könnten ein Zeichen sein, dass diese Enzyme in ungenügender Konzentration produziert werden.

Und das PXR aktiviert wiederum CYP27A1. Also die Kette wäre:

-> PXR Aktivierung -> CYP27A1 -> Transformation von D3 ins 25D.

Also wenn aus irgendwelchen Gründen der PXR blockiert wäre, hätten wir den gesuchten Effekt (niedrige 25D). Nur die Frage ist: Wer, was und wie blockiert / beeinflusst den PXR ?
Marshall Vermutung war, dass es 1,25D selbst war. Es könnte aber was anderes sein, denn dieser Rezeptor reagiert auf etliche Substanzen (möglicherweise welche, die die Krankheit selbst erzeugt/beeinflusst)

Das Krankheiten enzymatischer Aktivität in Körper massiv beeinflussen und sogar sabotieren, ist mittlerweile bekannt, siehe Referenzen in

http://autoimmun.net/2015/08/wie-krebs- ... einflusst/

Also haben wir in Prinzip die Situation, dass eine Erkrankung unseren Stoffewechsel beeinfluss, wass sich auf die gemessene Werte von 25D (und auch 1,25D) auswirkt, während wir immer noch fabulieren von "nicht genügend Sonne" und Kompensation. Leider scheint diese einfache These nicht zu stimmen, die Prozesse sind da wohl wesentlich komplizierter.

Frohe Weihnachten!

Alex

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BeitragVerfasst: Fr Dez 22, 2017 10:59 am 
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Registriert: Sa Dez 26, 2009 5:44 pm
Beiträge: 1232
Zur Vertiefung:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2593625/

However, the affinity and efficiency of CYP3A4 in 1,25(OH)2D3 metabolism are approximately tenfold lower than that of CYP24, as revealed by enzyme kinetics studies [69]. These studies suggest that activation of PXR by some drugs may be responsible for the acceleration of vitamin D catabolism through the upregulation of CYP3A4 and CYP24, leading to vitamin D deficiency and, eventually, to osteopenia or osteomalacia.

war schon 2008 bekannt!

Alex

_________________
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BeitragVerfasst: So Dez 24, 2017 8:36 am 
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Registriert: Do Apr 07, 2011 12:53 pm
Beiträge: 534
Hallo zusammen,

ich habe von Rezeptoren und Enzymen keine Ahnung. Ich sehe das wie 03sarko, als Summe aller möglichen Szenarien (Rezeptoren, Enzyme, Hormone etc.) denke ich das es eine Art Körpereigene Schutzreaktion ist. Der Körper als System regelt das 25 D herunter um den VDR nicht weiter zu blockieren. Das 1,25-D ist hierbei auch nicht richtig im "Lot" und muss erst neu Transkribiert (hormonelle-neu-Ausrichtung) werden mit den neuen richtigen Botenstoffen/Informationen. Denn meiner Meinung nach stimmt die ganze "Steurungskette" nicht mehr richtig (Stoffwechsel etc.) Also wo setzt Trevor an..., am VDR. Wenn dieser wieder richtig arbeiten kann, dann kommt auch alles wieder an seinen Platz. Wie sagt Trevor so schön sinngemäß, nicht Olm heilt das Immunsystem sondern es hilft dem Immunsystem sich selbst zu heilen (platt gesagt Immunstimulation).

Aber wie gesagt es ist nur meine Laienhafte These die ich mir so zurechtgestrickt habe.


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